Agroforstwirtschaft – Einführungstext

Nachhaltige Landwirtschaft mit Bäumen: Agroforstsysteme – Agroforstwirtschaft

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EINFÜHRUNG IN DIE AGROFORSTWIRTSCHAFT


 

Agroforstwirtschaft ist eine Form der Landnutzung, bei der auf dem Ackerland landwirtschaftliche Nutzpflanzen gemeinsam mit Bäumen und Sträuchern angebaut werden. Ein bekanntes Beispiel sind Streuobstwiesen. Streuobst kam früher auch in Kombination mit Ackerbau vor (Streuobstacker). Hecken als Strauch- oder Baumreihen waren einstmals ein wichtiger, genutzter Bestandteil der Kulturlandschaft. Seit Beginn der Industrialisierung der Landwirtschaft im letzten Jahrhundert sind allerdings immer mehr Bäume aus unserer Agrarlandschaft verschwunden. Sie standen der Spezialisierung und Mechanisierung mit immer größeren Landmaschinen im Wege - auch ihre Nutzung ging verloren.


Bäume sind zum Störfaktor in der modernen Landwirtschaft geworden. Die teils sichtbaren Ertragsminderungen am Waldrand tragen dazu bei, Baumpflanzungen auf landwirtschaftlichen Flächen als problematisch anzusehen. Dabei sind Waldränder oder überalterte Hochhecken nicht mit Agroforstsystemen zu vergleichen, da die Artenauswahl, die Kultivierung und vor allem das Angebot an diffuser Lichtstrahlung eine völlig andere ist.


Mit der Entwicklung moderner Agroforstsysteme im letzten Jahrzehnt, beispielsweise in Frankreich und England, wurde gezeigt, dass sich Bäume auf landwirtschaftlichen Nutzflächen produktiv in die heutige europäische Landwirtschaft integrieren lassen. Solche modernen Systeme erreichen je nach Gestaltung das heute übliche hohe Ertragsniveau. Denn die Bäume und Sträucher kombinieren ökonomische und ökologische Vorteile, wie:

  • Wind- und Erosionsschutz,

  • Schutz vor Nährstoffverlusten durch Unterwurzelung des Ackerbodens durch Bäume,

  • eine beträchtliche Senke für Kohlendioxid,

  • einen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere (Waldrandeffekt) und

  • eine unvergleichliche Landschaftsästhetik bei kulturell gesteigerter biologischer und auch wirtschaftlicher Produktivität.



 

Um einem Missverständnis vorzubeugen: Es geht bei Agroforstwirtschaft in Deutschland nicht darum, naturnahe Wälder in Agroforstsysteme umzuwandeln, sondern darum, landwirtschaftlich genutzte Flächen zu Agroforstsystemen aufzuwerten.


Bei modernen Agroforstsystemen sind die Gehölze weitgehend für eine hochwertige Nutzung ausgewählt und kombiniert, z. B. selektierte Wildkirsche als Wertholz, Hybrid-Pappeln oder Kultivare der Hage­butte zur Fruchtnutzung. Dazwischen werden verschiedenste landwirtschaftliche Kulturen angebaut. Durch eine systematische Planung wird der Ertrag der modernen Agroforst­systeme auf den Gesamtertrag hin optimiert, der bei fachgerechter Bewirtschaftung deutlich über dem des Monokultur-Anbaus der Einzelkulturen liegt.


In der Ausführung kann man zwischen einfachen und komplexen Formen dieser Baum-Polykulturen unter­scheiden. Die AFS können beispielsweise auf Weiden als Baumraster ausgeführt werden. Die Abstände liegen zwischen 10 und 20 Metern, je nach Nutzungsweise, Arten und Topographie. Auf dem Acker wird sie vorteilhaft in Heckenform in Nord-Süd-Richtung angelegt, um die maschinelle Bearbeitung im Zwischenraum zu ermöglichen.


Wie auch in der Pionierphase der biologischen Landwirtschaft stellen die AFS Ansprüche an das Engagement und Können des jeweiligen Betriebsleiters. Das Interesse an dieser Herausforderung möchte ich mit dem vorhanden Fachwissen unterstützen.




Merkmale eines Agroforstsystems (nach SAFE)

  • Bäume und Sträucher gemischt mit landwirtschaftlicher Nutzung, verteilt oder in Reihen

  • produktive landwirtschaftliche Komponente auf min. 50% der Fläche

  • Baumdichte mit 30 bis 200 Stämme / ha (bei Stämmen mit BHD > 15 cm), für die Biomasseerzeugung auch mehr

  • Baumkomponente zur Produktion von Holz, Früchten, Honig, als Wind- und Wetterschutz oder aus landschaftlichen Gründen




Vier Erkenntnisse über AFW

(als allgemeines Ergebnis des SAFE-Projektes)


1. AFW ist anders –

    Sie ist kein Zwischenstadium zwischen LWS und Forstwirtschaft


2. AFW hat alte Wurzeln –

    Von den traditionellen Praktiken kann man viel lernen


3. AFW bietet Lösungen für aktuelle Herausforderungen –

    Artenvielfalt, Schutz der Böden und der Gewässer, Kohlenstoffbindung...


4. Aber die wahre Überraschung:

    AFW ist produktiv und rentabel



 


 

Vorteile von Agroforstsystemen (Auswahl)

- Natürliche Schädlingsregulierung

- Verbesserung des Mikroklimas

- Erhöhung des Gesamtertrages

- Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion

- Verhinderung von Sickerverlusten z.B. bei Stickstoff

- Erosionsschutz

- Bindung von CO2

- Verbesserung des Landschaftsbildes

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Strategien für erfolgreiche Agroforstsysteme

- Guter Ackerboden

- Bei armen Böden ein Grundwasserstand 2,5 – 3 m

- Sorgfältige Pflege der Baumstreifen

- angepasste Reihenabstände, je nach Nutzung

- standortgerechte Gehölzauswahl

- realistische Nutzungsziele

- Nutzungsorientierte Gehölzarten (Selektionen, Sorten)

- integrierte Vermarktung

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